Alternativstrecken

Strecken-Kompromiss als Ergebnis der Bürgerbeteiligung

In dem für Mannheim bisher einmaligen, mehrstufigen Bürger-Dialogprozess zur Stadtbahn Nord wurden zahlreiche Wünsche und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger aufgenommen. Die vom Gemeinderat am 12. Oktober 2010 mit breiter Mehrheit beschlossene Kompromisslösung basiert auf den Ergebnissen dieses Bürgerdialogs.

Die veränderte Planung führt den östlichen Streckenflügel nicht wie ursprünglich vorgesehen in die Kirchwaldstraße und den Glücksburger Weg. Statt dessen wird die Endhaltestelle dieses Flügels in der Nähe des Waldfriedhofs gebaut. In der Waldpforte soll die Stadtbahn - wie schon zuvor für die südliche Hessische Straße vorgesehen - zum größten Teil eingleisig fahren. Damit entfallen die nach den ersten Planungen notwendigen Eingriffe in Privatgrundstücke und es verbleibt mehr Platz für Fahrrad- und Gehwege in der Waldpforte. Die Endhaltestelle des östlichen Streckenflügels am Stiller Weg wird als Ergebnis des Bürger-Beteiligungsverfahrens etwa 200 Meter weiter südlich als bisher geplant auf einer vorhandenen Freihaltefläche gebaut. Im Ulmenweg wird auf Vorschlag des Forums Stadtbahn Nord eine weitere Haltestelle eingefügt.

Zum Download: Neuer Streckenverlauf (149,8 kB)

Auch die Busverbindungen im Mannheimer Norden wurden im Bürgerdialog überarbeitet, so dass z. B. die Gartenstadt auch nach dem Bau der Stadtbahnstrecke über zwei Buslinien mit dem Bahnhof Waldhof verbunden sein wird. Das jetzt vorliegende Buskonzept soll gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiter verfeinert werden. Im Zuge der Baumaßnahmen sollen wo immer möglich begleitende Maßnahmen durchgeführt werden, die zu einer städtebaulichen Aufwertung der nördlichen Stadtteile führen. Dazu gehören z. B. geringere Geschwindigkeiten in der Waldstraße durch schmalere Fahrbahnen oder die Neugestaltung von Straßen. Auch die vorhandene Riedbahn-Überführung zwischen Neckarstadt und Käfertal soll bei den Baumaßnahmen überarbeitet werden: Flache, barrierefreie Rampen werden Gehbehinderten und Radfahrern die Benutzung der Brücke erleichtern. In die weiteren Detailplanungen sollen Landschaftsarchitekten einbezogen werden.

Geprüfte und verworfene Streckenalternativen

Im Forum Stadtbahn Nord und seinen Arbeitsgruppen wurden zahlreiche alternative Streckenführungen geprüft. Bis auf die Alternativstrecke in die Karlsternstraße wurden alle diskutierten Strecken aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen verworfen.

Beispiele für untersuchte Streckenalternativen:

Alternativstrecke in die Karlsternstraße

Fotomontage der Alternativstrecke in die Karlsternstraße
Fotomontage der Alternativstrecke in die Karlsternstraße

Bürgerinnen und Bürger haben in einer Arbeitsgruppe des Forums Stadtbahn Nord eine Alternative für den westlichen Streckenabschnitt entwickelt: Sie zweigt von der Waldpforte in die Karlsternstraße ab und endet dort in einer Wendeschleife in der Nähe des Herrschaftswalds.

Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) hat für diese Variante Pläne entwickelt und eine Nutzen-Kosten-Untersuchung durchgeführt. Dabei hat sich ergeben, dass die Streckenvariante technisch machbar ist und einen Nutzen-Kosten-Quotienten aufweist, der größer 1 ist. Damit ist der notwendige volkswirtschaftliche Nutzen für diese Variante gegeben. Allerdings ist der Nutzen-Kosten-Quotient der Alternativstrecke in die Karlsternstraße geringer als der der Strecke in den Glücksburger Weg. Daher bevorzugen Stadt Mannheim und RNV weiter die Streckenführung in den Glücksburger Weg.

Alternativstrecke über die Riedbahn Richtung Sandhofen/Schönau

Das Forum Stadtbahn Nord hat die RNV gebeten, eine überschlägige Kostenschätzung für eine Überführung der Stadtbahn-Strecke über die Riedbahn an der Waldstraße durchzuführen. Die Kostenschätzung ergab, dass alleine das Brückenbauwerk mindestens 14 Millionen Euro kosten würde. Da Sandhofen und Schönau bereits heute durch Stadtbahnen gut erschlossen sind, würden sich aus dieser Streckenführung nur sehr geringe Vorteile für die Bürgerinnen und Bürger und damit auch nur ein geringer volkswirtschaftlicher Nutzen ergeben.

Das Forum hat sich dafür ausgesprochen, diese Planungsvariante nicht weiter zu verfolgen.