Stadtbahn-Forum diskutiert Kosten, Nutzen und Alternativen
28. April 2010
Das Stadtbahn-Forum hat sich am Dienstag, 27. April, im Gemeindesaal der katholischen Pfarrei St. Elisabeth zum dritten Mal getroffen. Als neues Mitglied nahm das Forum Dr. Michael Berges auf, der die Eugen-Neter-Förderschule leitet.
Nutzen- Kosten-Analyse
Wie bereits in der ersten Sitzung des Stadtbahn-Forums gewünscht, erläuterte Andreas Huber von PTV Planung Transport Verkehr AG detailliert die Vorgehensweise der so genannten Standardisierten Bewertung. Dieses Verfahren ist bundeseinheitlich für die Prüfung der Förderungsfähigkeit von Baumaßnahmen des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vorgeschrieben. Dabei werden die unterschiedlichen Kostenbestandteile einer Maßnahme in Relation zu ihrem volkswirtschaftlichen Nutzen gesetzt. Ergibt sich für eine geplante Strecke ein Nutzen-Kostenverhältnis größer eins – ist also der volkswirtschaftliche Nutzen höher als die Gesamtkosten einer Maßnahme –, ist eine wesentliche Voraussetzung für eine Förderung nach dem GemeindeVerkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) erfüllt. Das ist bei der derzeit geplanten Strecke der Fall, hier liegt das Ergebnis bei 1,18. Eine betriebswirtschaftliche Kosten-Erlös-Analyse soll beim nächsten Treffen des Forums vorgestellt werden.
Arbeitsgruppe zu alternativen Streckenführungen
Die in der zweiten Forumssitzung gebildete Arbeitsgruppe „Varianten“ hat zahlreiche Vorschläge für die Erschließung der nördlichen Stadtteile mit dem ÖPNV geprüft. Sie schlug eine Alternative für den westlichen Streckenast vor, die von der Waldpforte in die Karlsternstraße abzweigt und am Herrschaftswald in einer Wendeschleife endet. Für diese Variante soll nun eine Nutzen-Kostenanalyse erstellt werden. Darüber hinaus sollen die Baukosten für eine Straßenbahnbrücke an der Waldstraße über die Riedbahn Richtung Schönau/Sandhofen überschlägig ermittelt werden.
Arbeitsgruppe Umfrage
Eine weitere aus Mitgliedern des Stadtbahn-Forums gebildete Arbeitsgruppe hat ein Konzept für eine repräsentative Meinungsumfrage unter Bürgerinnen und Bürgern der Stadtteile Gartenstadt, Waldhof-Ost, Käfertal und Neckarstadt-Ost erarbeitet. Diese Umfrage soll zum einen die Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem derzeitigen ÖPNV-Angebot im Mannheimer Norden sowie die Erwartungen und emotionalen Bewertungen der aktuell geplanten Veränderungen erheben. Das in der Arbeitsgruppe entwickelte Konzept wurde dem Stadtbahn-Forum vorgestellt, im Anschluss sollen nun von fünf namhaften Meinungsforschungsinstituten Angebote für die Durchführung und Auswertung der Umfrage eingeholt werden.
Streckenabschnitt Waldstraße bis Waldpforte
RNV-Geschäftsführer Martin in der Beek stellte die aktuellen Planungen für den westlichen Streckenabschnitt von der Waldstraße bis zur Waldpforte vor:
In der Waldstraße ist vorgesehen, die Straßenbahn zweigleisig in der Mitte der Straße zu führen. Dabei sollen die Fahrbahnen der Waldstraße etwas schmäler werden, während die Anwohnerstraßen unberührt bleiben und die Grünstreifen am Rande der Straße geringfügig reduziert werden sollen. Dort soll auch geprüft werden, ob im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die vorgesehenen Bauarbeiten gleichzeitig Maßnahmen gegen den vorhandenen Lärm des Individualverkehrs eingerichtet werden müssen.
In der Waldpforte soll das Straßenbahngleis bis zur Abzweigung Langer Schlag stadtauswärts straßenbündig verlegt werden, während das Gleis Richtung Stadtmitte auf einem eigenen, von Schwertransporten befahrbaren Gleiskörper verlegt werden soll. Ab dem Langen Schlag sollen beide Gleise auf einem eigenen, von der Straße getrennten Gleiskörper liegen. Das Forum vereinbarte, eine Ortsbegehung durchzuführen, um Vorschläge für einen sicheren Zugang zur Alfred-Delp-Schule sowie die weiteren Kinder- und Jugendeinrichtungen in der Waldpforte zu entwickeln.
Für die morgendlichen und abendlichen Hauptverkehrszeiten im Knotenpunkt Waldstraße, Hanauer Straße, Waldpforte, Alsenweg und Langer Schlag wurde eine Verkehrssimulation gezeigt, die das Zusammenspiel des Individualverkehrs mit der geplanten Straßenbahn verdeutlichte: Die Leistungsfähigkeit des Verkehrsknotens ist auch in den Stoßzeiten gegeben, es sind kleinere Einschränkungen hinsichtlich der Verkehrsqualität im Individualverkehr zu erwarten.
Die nächste nicht-öffentliche Sitzung des Stadtbahn-Forums findet am Samstag, 19. Juni, statt.
Hintergrundinformation:
Im Forum Stadtbahn Nord sind Repräsentanten der Anwohner der geplanten Stadtbahnstrecke sowie von Institutionen – wie Vereinen, Wirtschaft, Schulen, Kirchen, etc. – vertreten. Das Forum hat nach seinem Selbstverständnis beratenden Charakter und ist ergebnisoffen. Es wird sich zu weiteren nicht-öffentlichen Terminen treffen. Die im Forum erarbeiteten Ergebnisse sollen in Bürgerdialog-Veranstaltungen allen interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt werden.
Termine
Bürger-Information zur geplanten Lärmschutzwand in der Waldstraße
19:00
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Bürgerinformation zum Planfeststellungsverfahren zur Stadtbahn Nord
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Öffentliche Bürgerinformations-Veranstaltung zur Stadtbahn Nord
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Sitzung des Stadtbahn Forums mit Gemeinderat und Bezirksbeiräten
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