Erörterungstermin zur Stadtbahn Nord

05. Oktober 2011

Bürger, Experten und Projektplaner diskutierten beim Erörterungstermin zum Neubau der Stadtbahnstrecke in den Mannheimer Norden. Experten und Projektplaner hörten sich die zum Planfeststellungsverfahren angemeldeten Einwände an und nahmen diese sehr ernst.

Die Stadt Mannheim führte den Erörterungstermin im Auftrag des Regierungspräsidiums Karlsruhe durch. Das Regierungspräsidium wird im ersten Halbjahr 2012 im Rahmen des Planfeststellungsbeschlusses über die Einwände, soweit sie nicht durch Zusagen der RNV erledigt sind, entscheiden.

Für ein Projekt dieser Größenordnung gingen mit circa 50 Einwendungen relativ wenige Einwendungen ein. An dieser Stelle macht sich nach Auffassung der Stadt das im Vorfeld des formellen Verfahrens durchgeführte mehrstufige Bürgerdialogverfahren bemerkbar. Viele Vorschläge von Bürgern konnten daher bereits vor dem offiziellen Planfeststellungsverfahren aufgenommen und in die Planunterlagen einbezogen werden. Das führte zu einer besseren Akzeptanz der Planungen.

Der Schwerpunkt der Einwendungen beim Erörterungstermin lag auf folgenden Themen:

Der Badische Blinden- und Sehbehindertenverein merkte beispielsweise an, dass für ihn eine kontrastreiche Gestaltung des Blindenleitsystems an den zukünftigen Haltestellen sowie das Absenken der Bordsteine wichtig wäre. Die RNV sicherte die Einhaltung der Normen zur Barrierefreiheit zu.

Des Weiteren gab es von Einwohnern Einwände, die die bisherigen Verbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr in die Gartenstadt als ausreichend empfinden. Sie stellten daher die Frage, ob sich die Investition überhaupt lohne. „Viele Menschen ohne Auto sind auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Denken Sie auch an junge Menschen, die Schulen besuchen müssen. Wir möchten dahin fahren, wo Menschen jetzt leben“, betonte Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent Christian Specht.

Der Vorstand der Gartenstadt-Genossenschaft und andere Anwohner der Waldstraße befürchten, dass der Lärmpegel entlang der Waldstraße überhand nimmt. Die RNV hat in Aussicht gestellt, eine Lärmschutzwand von etwa 500 Metern Länge von der Kasseler Straße in Richtung Westen zu errichten. Die konkrete Ausgestaltung der Lärmschutzwand wird in den nächsten Wochen zusammen mit dem Fachbereich 61 Stadtplanung konkretisiert. Die städtebaulichen Belange der denkmalschützten Gartenstadt werden dabei berücksichtigt.

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